Akismet – Abmahnung vorprogammiert? Quatsch!
Abgelegt in: Allgemein am 15. Januar 2009 | Kommentare deaktiviert
Ein Disput entsteht derzeitig in der Bloggerszene und ist so sinnfrei wie ein Potenzmittel gegen Lattenrost. Wenn man auch noch den Begriff Datenschutz ins Spiel bringt, kann man sicher sein, dass auch der letzte Blogger auf den Zug aufspringen wird. Die Rede ist von der Diskussion, ob Akismet in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegen den Datenschutz verstößt, oder nicht. Die Fakten:
Akismet – Einer Schreit und alle machen mit
Das beliebteste und bereits inklusive Spamschutzplugin Akismet macht Schlagzeilen. Einer kam auf die Idee, dass das Ding nicht Datenschutzkonform ist und alle linken und posten fleißig mit.
Was macht Akismet?
Es schützt vor unliebsamen Spam und gleicht IP-Adressen und Kommentarinhalte gleich mit einem Server in den USA ab und telefoniert, wie einst ET nach Hause um seinen Dienst zu verrichten. Dabei liegt aber das eigentliche Problem, da es zur Erhebung von Personenbezogenen Daten (der IP-Adresse) der Genehmigung des Users bedarf. Jedenfalls in Deutschland. Nachzulesen hier, hier, hier oder auch hier.
Dies müsste, so der Datenwachschutzblog, in den AGBs oder Nutzungsbedingungen verankert sein. Meist sind diese die längsten Artikel in einem Blog und geht es danach, müssten solche Seiten aber auch die Startseite jeder Webseite definieren oder ein riesiger Hinweis auf der Startseite dafür zu finden sein.
Wo liegt nun das Problem? Man (könnte) kann abgemahnt werden, wenn einem User diese Datenübertragung nach Amerika im Kommentarvorgang nicht passt. Könnte deshalb, da es zum einen nur wenige Anwälte gibt, die sich wirklich intensiv damit befassen und zum anderen von außen gar nicht erkennbar ist, ob Akismet genutzt wird oder nicht.
Wie das Problem umgehen?
Gar nicht. Man ist berechtigt sich vor bösen Menschen und Maschinen zu schützen. Ehrlich gesagt ist mir dazu jedes noch so komplizierte Mittel recht. Auf meinen 20 Blogs läuft nicht nur Akismet sondern auch überall Akismet und jeder User muss angemeldet sein. Das hält Spam deutlich in Grenzen. Wer in Blogs kommentiert, weiß auch, welche Schutzfunktionen es gibt und was die machen. Wer was zu sagen hat, wird sich anmelden und mit gutem Gewissen posten.
Sicher kann ein Blogger, der Akismet installiert hat, nicht die Speicherdaten einsehen, die Akismet an irgendeine Datenbank in den USA sendet. Aber Spuren hinterlassen wir alle im Netz. Das geht schon beim öffnen des Browsers los und hört bei der E-Bucht oder Blogkommentaren auf. Selbst auf dem PC-Installierte Druckersoftware sucht schon freiwillig nach neuen updates. Sorry. Die haben mich auch nicht gefragt, ob die das dürfen. Auch die Datenschutzerklärung meines Avira-Antivir hab ich nicht gelesen und weiß nicht, was Avira so überträgt auf der täglichen Suche nach Updates zum Virenschutz. Wir reden jetzt mal nicht von der Windows-Aktivierung.
Don’t Panik. Wenn man jeden technischen Vorgang in Webseiten dokumentiert, Benutzerfreundlich Erklärt und auf diesen Vorgang an anderer Stelle hinweisen würde, wäre die Datenschutzerklärung 5 Meter lang. Zudem liegt die Lesehäufgkeit dieser nun doch nichteinmal bei Usern einer Webseite unter den Top-10 Seiten.
Also wohl eher noch alles heiße Luft.
Abgesehen davon sollte man sich Gedanken darüber machen, wie Datenschutzsicher Bankdaten in Deutschland noch sind oder wie oft ich beim benutzen der Straßenbahn gefilmt werden will oder mein Telefon auf Verdacht abgehört werden kann.
Da ist Akismet das kleinere Problem.



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