Verteile Bloginhalt und Geld mit Flattr

Abgelegt in: Allgemein am 27. Mai 2010 | Kommentare deaktiviert

Fast virusartig zieht sich flattr durch die Blogosphäre. Gerade bei Bloggern, die mit dem was sie tun auch mehr oder weniger etwas Geld verdienen wollen, scheint dieser neue Service eines schwedischen Unternehmens derzeitig der Hype zu sein. Flattr könnte ein wichtiger Bestandteil im Bereich “Blogs monetarisieren”  bzw. “SocialNetwork-Ökonomie” werden, wenn nicht…

Der Gegenwert Eurer Blogposts – SocialMicropayment mit Flattr.

Ein wenig Geld aus der Arbeit in Blogs wollen alle haben. Man schreibt zwar für Leser, bietet bisweilen auch guten Content aber irgendwann kommt der Punkt (meist recht früh), dass man für diese Arbeit auch etwas haben möchte. Geld oder Spenden, Linkverkauf, Sachgeschenke aus einer amazon.de-Wunschliste oder wenn das nicht geht, dann wenigstens einen Link über Twitter als tweet, ein mag-ich bei Facebook oder ein anderes Bookmark.

Ein neues Prinzip des Payments will flattr.com nun auf die Beine stellen. Man soll einen gewissen Betrag festlegen, den man für Inhalte im Netz als Bezahlung ausgeben möchte. Dieser wird via starker Anbindung an Paypal auf das eigene Flattr-Konto gutgeschrieben und kann von dort aus auch verteilt werden. Nötig dazu ist eigentlich nur der Klick auf das Flattr-Symbol im Lieblingsblog und die bewusste Anmeldung bei flattr.

Zwei Plugins bietet das Pluginverzeichnis von WordPress für diesen Service an. Da wäre das große
Flattr – Plugin und das Flattr -Widget – Plugin.

Beide funktionieren einwandfrei und bieten einfache Möglichkeiten in den Einstellungen.

Das Prinzip ist dabei eigentlich so einfach wie genial.

Man meldet sich bei flattr.com an. Derzeitig ist das System in Beta-Phase und man muss sich für eine Einladung registrieren. Der Link kommt aber binnen 48 Stunden. Danach erhält man eine User-ID. Diese wird zur Aktivierung des Flattr-Plugins gebraucht, ohne dieses übrigens auch das Flattr-Widget-Plugin nicht funktioniert. Gibt bei Flattr die notwendigen und nötigsten Angaben an und installiert danach das gewünschte Plugin auf dem eigenen Blog. Ihr gebt die Flattr-Nutzer-ID und die Sprache, sowie den passenden Content ein. Fertig.
Auf flattr.com wiederum gibt man nun einen Betrag an, den man im Monat bereit ist, für Blogs auszugeben. Wir, als Redaktion mehrerer Webseiten geben selbst ein monatliches Budget von 40 Euro für Pluginautoren und Theme-Autoren an Spenden aus. Beim Privatuser werden es wohl selten mehr als 5,-€ im Monat sein. Dies ist aber auch ein gutes Beispiel.
Bei festgelegten 5 Euro Budget monatlich – abzüglich etwas Gebühren für Flattr – kann man diese nun an verschiedene Blogs, die ebenfalls einen Flattr-Button haben verteilen. Die Anzahl der eigenen Klicks wird am Monatsende durch das festgelegte Budget geteilt. (eigentlich ja andersherum. Das Budget durch die Anzahl der Klicks.)
Als Beispiel. Ich lege 5,-€uro als Spendensumme fest. Ich sehe innerhalb eines Monats zwei Seiten mit dem Button und finde die Artikel dort gut. Dann werden die 5 Euro durch die zwei Klicks also zu je 2,50 Euro an die Blogbetreiber ausgezahlt. Klicke ich dagegen 10 verschiedene Seiten, teilen sich die 5 Euro durch eben diese 10 Blogs und jeder bekommt noch 0,50 Euro. Klingt nicht viel, kann aber bei vielen anderen Bloggern doch noch ein kleines Sümmchen werden.
Leider hat Flattr auch gehörige Nachteile. Während am Prinzip eigentlich keine Zweifel bestehen sollten, dass dieses, so wie es ist auch gut ist, bleibt beim Bezahlweg via Paypal ein bitterer Beigeschmack. Eine Zahlung auf das eigene Flattr-Konto kostet Paypal-Gebühren und die Auszahlung von möglichen Spenden aus Flattr nach Paypal auch wieder Flattr-Gebühren. Wir vermuten mal ganz stark, dass man schon einen dicken und bekannten Blog haben muss, um da irgendwie monatlich wenigstens etwas zu Geld zu kommen. Leben wird man davon nicht können.

Das Internet wird immernoch oder gerade deswegen mehr als kostenlose Bibliothek gesehen. Aber vielleicht ändert sich das, denn gute Inhalte erfordern Recherche und auch Schreibarbeit. Selbst dieser Artikel, der hier an dieser Stelle 544 Wörter hat, schreibt sich nicht in 5 Minuten. Wenn doch, wäre ich eine Sekretärin und nicht als Bloggerin tätig. Menschen sind leider nicht oft bereit, für etwas zu bezahlen was sie nutzen. Das gilt vom freundlichen Verkehrsteilnehmer, der mir schnell mal den Reifen am Straßenrand wechselt bis hin zu Blogartikeln.

Und trotzdem nutzen wir mit dieser Seite auch in Kürze Flattr. Es ist wie im Leben. Die Mischung machts und vielleicht ergibt sich dadurch auch eine Möglichkeit, das was man macht noch besser oder gar weiter zu machen.

Auf das Ihr unserem Blog auch eine Flattert.

Die Redaktion

//S.L.
(Übrigens: 703 Wörter in diesem Artikel)

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